E.g Oblique Graph/ Muslimgauze (Bryn Jones)
Muslimgauze ist der
Künstlername oder vielleicht besser der Name des musikalischen Projekts von
Bryn Jones (* 17. Juni 1961, † 14. Januar 1999), einem englischen Musiker aus
dem Bereich der elektronischen Musik, der sein Werk der Unterstützung der
arabischen Sache im Nahen Osten gewidmet hatte. Er war ein ausgesprochener
Gegner der Verwendung von Computern und Samplern in der Musik und nahm sein
Material stets mit rein analoger Ausrüstung auf. Jones nahm sich selbst beim
Spielen diverser im Nahen Osten gebräuchlicher Musikinstrumente, in erster
Linie Perkussion, auf und nahm Stimmen und Geräusche aus der Region von alten
Tonbändern oder aus Radiosendungen auf, die oft rhythmisch wiederholt wurden.
Alle seine Aufnahmen waren primär sozusagen live und wurden nachträglich
bearbeitet und abgemischt. Das Ergebnis dieses Prozesses klang oft laut und
statisch, mit plötzlichen Lautstärkewechseln. Muslimgauze machte sich nie
Gedanken, wie viele Exemplare seiner Produktionen wohl verkauft oder wieviele Leute
seine Stücke jemals hören würden - ihm kam es vor allem darauf an, seine
eigenen Vorstellungen verwirklichen zu können. Er begann 1982 Musik zu
produzieren, zunächst unter dem Namen E. g. Oblique Graph. Unter diesem Namen
veröffentlichte er vier Cassetten: Extendend Play (1982), Piano Room (1982),
Triptych (1982) und Inhalt 1983. Danach änderte er seinen Namen in Muslimgauze
und gab eine EP (Hammer & Sickle), seine erste LP (Kabul) und eine weitere
Cassette (Opaques), heraus, alle 1983. Muslimgauze mochte
Liveauftritte nicht und wurde auch selten zu welchen eingeladen. Er vertrat
immer die Meinung, dass ihm die Zeit fehle, anderer Leute Musik zu spielen,
aber in einem Interview gab er einmal an, traditionelle Musik aus Japan, dem
Nahen Osten und Indien zu mögen, wie auch die Werke von Gruppen wie Can,
Throbbing Gristle, Wire und Faust. Niemals jedoch vertraute er Fremden, wenn es
um das Abmischen seiner Musik ging.
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